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Dass in der Frankfurter Verkehrsverwaltung und im Straßenbauamt nicht gerade die besten und innovativsten Köpfe sitzen, ist uns schon mehrmals und an verschiedenen Orten und Gelegenheiten aufgefallen. Offenbar verliert die Stadt Frankfurt aber nun, langsam aber sicher, den Anschluß an die laufende “Abstimmung
mit den Füßen mit Fahrrädern”, denn es sind immer mehr Fahrradfahrer auf den Straßen zu beobachten, während der Bau und die Pflege von Radwegen und sicheren Radtransfers deutlich hinterherhinkt.
Einen weiteren traurigen Beweis für eine solche solide “So-weiter-wie-bisher”-Mentalität und, bei genauerer Betrachtung, sogar eine echte Lokalposse, liefert die FAZ. Was hätten wir uns über einen Bericht gefreut, der auf der Friedberger Landstraße einen Express-Fahrradweg für die Anschließung der neuen Stadtviertel oberhalb der Friedberger Warte oder Bad Vilbels an die Innenstadt beschreibt. Oder doch zumindest einen Radweg, der der immer größer werdenden Zahl an Radfahrern (und ihrer zunehmenden Geschwindigkeiten) Rechnung trägt.
Aber was müssen wir unter der Überschrift “Neues Ärgernis für Fahrradfahrer” in der – sicherlich nicht des Fahrrad-Aktivismus verdächtigen – FAZ vom 27. November lesen
“Eine Radfahrer-Falle hat das Straßenbauamt jetzt an der Friedberger Landstraße gebaut. Mitten auf den stadteinwärts führenden Radweg pflanzten die Straßenbauer Masten für Straßenaternen. Bis ein Radfahrer in der Dunkelheit gegen eines der Hindernisse prallt, ist vermutlich nur eine Frage der Zeit.”
Wieder wird vom Straßenbauamt eine Chance verspielt. Mit einer mutigen, den Fahrradverkehr klar zeigenden und bevorzugenden Lösung hätte man gerade die äußeren neuen Stadtteile besser einbinden können und den Autoverkehr auf der vor allem von Pendlern genutzten Friedberger Landstraße in seine Schranken weisen können. Nichts dergleichen tut man — und wundert sich dann, warum in der Innenstadt in Sachen Verkehr “nichts mehr geht”.
Hier der Artikel von “.rieb” aus der FAZ vom 27. November als PDF (ca,. 170 Kb) zum Download, da er im Onlineangebot der FAZ leider nicht zu finden ist.
In Frankfurt sind ja Fahrradampeln erstaunlich selten, während sie zum Beispiel in Berlin stark verbreitet sind (und im gelobten Fahrrad-Land Holland sogar grüne Wellen für Radler eingerichtet werden).
Um so trauriger ist es, wenn sie dann so aussehen wie vor einigen Tagen die hier abgebildete Fahrradampel an der Höhenstraße, Ecke Burgstraße, vor dem Betontrumm Palazzo Cubico (der so viel von einem “Palazzo” hat wie ein Pflasterstein…).
Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Ampel nicht von Radlern oder Fußgängern demoliert wurden, sondern durch eines der dort oftmals neben dem Radweg parkenden Autos, die sich zwischen den Sperrstangen bzw. in diesem Fall zwischen Ampel und Verkehrsschild durch”zwängen”, um dort einen illegalen, aber heiß begehrten Parkplatz zu ergattern. Hier hat sich ein Auto wahrscheinlich die “Durchfahrt” passend gemacht. Die Kosten für die Reparatur der Ampel hätte man also locker einsparen können, wenn man etwas konsequenter den Bürgersteig von Autos freigehalten hätte (und hätte dann auch noch etwas Geld ins Stadtsäckel bekommen). Stattdessen wird dort permanent falsch geparkt — und die Stadt kann jetzt noch die Ampel bezahlen.
Falls es sich mit der Verursachung des Schadens anders verhält – mea culpa. Aber die dort falsch parkenden Autos nerven trotzdem.
Hier der Normalzustand der Ampel bei Google Street View (inklusive einem unorthodox den Radweg auf der Rothschildallee in Gegenrichtung befahrenden Radler, wenn man sich in Streetview etwas weiter nach rechts die Rothschildallee hoch bewegt…):
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Na, das gibts aber selten, dass die lieben Nachbarn sich mal lobend äußern. Jedenfalls wird Katrin Eder, grüne Kandidatin für das Amt der Grün-, Umwelt- und Verkehrsdezernentin, in der Allgemeinen Presse folgendermaßen zitiert:
„Man guckt als Mainzer nicht gerne nach Frankfurt“, sagte Eder. „Aber was das Fahrradfahren angeht, sollte man es tun – weil es dort einen anderen Stellenwert hat.“ In Frankfurt werde eine Kampagne nach der anderen gestartet, um die Leute aufs Rad zu lotsen. In Mainz gibt es in den Augen der rot-grünen Altstadt-Koalition deutlich Luft nach oben in Sachen Fahrradfreundlichkeit.
Hier der vollständige Artikel in der Allgemeinen Presse: „Altstadt muss radfreundlicher werden“ vom 15.10.2010.
Keine Ahnung, warum die Grünen ihre Veranstaltung Reclaim your City. Die Stadt zwischen öffentlichem Raum und Privatisierung nennen. Ob sich die Veranstaltung am kommenden Freitag, den 15.10., im atelierfrankfurt in der Hohenstaufenstraße 13-25 nur an Engländer in Frankfurt wendet? Oder ob es um englische Städte geht?
Dem Ankündigungstext nach geht es aber um die Stadtentwicklung Frankfurts. Und darum, “wie sich die Stadt und ihre Räume im Ganzen und in Zukunft entwickeln sollen”. Das klingt interessant, aber auch etwas nach verquastem Soziologendeutsch. Aber dann wird’s konkret, denn weiter heißt es:
Dabei steht der Frankfurter Städtebau immer noch im Zeichen des Sowohl-als-auch: Während viele Menschen nach identitätsstiftenden, kleinteiligen Räumen suchen, werden zugleich neue Stadtteile – Europaviertel, Airport-City – wie am Reißbrett entworfen; Mittelalterliche Rekonstruktion existiert mühelos neben futuristischen Architekturentwürfen. Einerseits werden die öffentlichen Räume zunehmend von Großveranstaltungen “besetzt”, von privaten Sicherheitsdiensten reguliert und durch Einkaufszentren ersetzt – Andererseits steht die “Renaissance der Stadt” gegen ihre Privatisierung: Viele Menschen ziehen aus dem Umland wieder in die Städte und entdecken die urbanen Qualitäten von Straßen, Plätzen und Parks neu.
Diskutiert werden soll über die Funktion des städtischen Raums für die Stadtgesellschaft und münden tut das alles in die Frage, die auch uns bewegt: “Wohin mit Frankfurt?”. Hier die Liste der diskutierenden Gäste:
- Jan Seghers, Krimi-Autor
- Marianne Rodenstein, Soziologin und Stadtforscherin, Autorin einer Studie über Hamburg und Frankfurt.
- Stefan Forster, Frankfurter Architekt und Experte für Stadtentwicklung und -Umbau
- Stefan Majer, Stadtverordneter der Grünen und planungspolitischer Sprecher und Projektleiter
Veranstalter ist die AG Frankfurt-Babylon der Grünen gemeinsam mit dem atelierfrankfurt e.V.
Veranstaltungs-Ort:
atelierfrankfurt Hohenstaufenstraße 13-25
60327 Frankfurt am Main
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Der Blick auf andere Städte lohnt sich immer wieder. Und sei es nur, um zu sehen, dass Frankfurt am Main noch einen deutlichen Nachholbedarf in Sachen Fahrradkultur hat: die drittgrößte schwedische Stadt Malmö hat eine Kampagne gestartet, um “lächerliche / vernachlässigenswerte Autofahrten” zu brandmarken und zu verhindern: Inga Löjliga bilresor
Sehr schöne Idee: Autofahrer konnten mit einer Beschreibung ihrer lächerlichsten Autofahrt an einer Verlosung teilnehmen – und ein Fahrrad gewinnen. Man stelle sich das hier in Frankfurt vor, da wäre die Konkurrenz groß: “Bin mit dem Auto gefahren, um vor dem Café Karin meine neuen Felgen und den tollen Sound meines Autos vorzuführen…”
Martin Lang hat die Macherinnen zu der erfolgreichen Kampagne befragt:
No ridiculous car trips from Martin Lang on Vimeo.
via Copenhagenize.com
Ach, hätten wir doch nur mehr Zeit für unseren Blog. Nun wollen wir aber nach dem Urlaub und allerlei anderen Aktivitäten endlich unserer Chronistenpflicht nachkommen und Gerechtigkeit walten lassen. Hatten wir doch in einem ersten Beitrag über einen gefährlichen Radweg in der Stephanstraße darüber geschrieben, dass das Fahradbüro zwar auf eine Meldung über das Kontakt-Formular des Büros schnell geantwortet und Abhilfe zugesagt hatte, dann aber nicht ganz so schnell aktiv wurde, wie in einem zweiten Beitrag angemerkt wurde.
Nun, und – das muß man ehrlichweise sagen: schon vor einiger Zeit – hat das Radfahrbüro tatsächlich gehandelt und die schöne Pixelwelt mit der handfesten und Materie verändernden Welt des Straßen- und Radwegebaus vertauscht. Unser morgendlicher Weg zur Arbeit vorbei (!) an dem Radweg wurde damals denn auch von einem Bautrupp unterbrochen, der eifrig an dem Radweg werkelte. Hier Fotos kurz vor Fertigstellung des Radweges, aufgenommen morgens am 24.6.2010:


Einige Tage später gab es dann sogar eine amtliche E-Mail von Martin Boré, dem “Radfahrbeauftragten” (tz, tz, tz, Titel gibts…):
Der Schaden ist mittlerweile behoben. Wie sie auf dem beigefügten Foto sehen können, musste an zwei Stellen der gesamte Gehweg angehoben werden. Wir wünschen Ihnen weiterhin gute Fahrt.
Hier das zugesandte Foto:

Und in der Tat muß man sagen, dass der Fahrradweg professionell und gut repariert wurde und inzwischen von den vielen Radfahrern auch wieder verstärkt genutzt wird. An dieser Stelle ist die Benutzung des Radwegs übrigens ein echter Beitrag zur Verkehrssicherheit, denn die Stephanstraße verengt sich hier und läßt keinen Platz für das gleichzeitige Passieren von Autos und Radfahrern. Also, liebe Mitradler: der Fahrradweg kann wieder benutzt werden!
Insbesondere im traditionellen Fahrradland Holland gibt es seit mehreren Monaten eine große und lebhafte Diskussion über das Für und Wider von Fahrradhelmen.
Hauptgründe für die Ablehnung von Fahrradhelmen sind
- die übertriebene Darstellung des Radfahrens als gefährliche Tätigkeit und die
- Überschätzung der tatsächlichen Schutzfunktion von Fahrradhelmen.
Die European Cyclist Federation hat jetzt eine Kampagne gegen das Tragen von Fahrradhelmen gestartet. Wer möchte, kann sich Material zu der Kampagne Ask me why I cycle without a helmet herunterladen und sich mit einem Flugblatt (PDF) über die Hintergründe informieren (und natürlich die zentralen ideen weiterverbreiten). 
Das Zahlenmaterial ist überaus interessant, zeigt es doch, dass Fahrradhelme in den Ländern am wenigsten getragen werden, die die größte Fahrradkultur, aber die wenigsten Verletzungen von Radfahrern aufweisen.
Weitere Informationen gibt es auf der – die internationalen Kampagnen gegen Fahrradhelme koordinierenden – Seite Cycle Helmets.
Ein schöner Plakatentwurf von copenhagenize.com:

Fix my broken city. With bikes.
Vielleicht kann das ja mal jemand in Frankfurt/M. aufstellen, um die Sache etwas klarer zu machen:

Gefunden beim Londoner Fahrradblog ibikelondon: 12 bikes good, one car bad
Das Foto stammt von ibikelondon und steht unter einer Creative Commons Lizenz und darf nur gemäß dieser genutzt und weiterverbreitet werden.
Ein typisches Bild in der Bornheimer Wiesenstraße: der rechts im Halteverbot stehende Falschparker reduziert die Straßenbreite so weit, dass nicht nur die sich mit der allgemeinen Fahrtrichtung bewegenden Radfahrer zum Verkehrshindernis werden und gefährdet sind, insbesondere für die entgegenkommenden Radfahrer (für Radfahrer ist die Benutzung der Wiesenstraße in beiden Richtungen erlaubt) entsteht eine hohe Gefährdung, da die Breite so weit reduziert wird, dass es immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt.
Falschparker in der Wiesenstraße sind ein gewohntes Bild, trotz gelegentlicher, leider viel zu seltener Strafzettelaktionen des Frankfurter Ordnungsamts. Wie hier zu sehen ist, gefährden die falsch parkenden Autos (und hier handelt es sich nicht nur um ein Parkverbot, sondern um ein Halteverbot!) andere Verkehrsteilnehmer unmittelbar. Das wird interessant werden, wenn es den ersten Unfall aufgrund der verminderten Straßenbreite gibt, denn die eigentlichen Unfallverursacher sind ja die rumstehenden Falschparker.