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Zu früh gefreut, das Fahrradbüro redet noch

Gefährlicher Radweg in der Stephanstraße Tja, da hatten wir uns wohl zu früh gefreut, als wir von der positiven Antwort des Frankfurter Fahrradbüros wg. eines eigentlich nicht mehr benutzbaren Radweges in der Stephanstraße berichtet haben. Es ist eben ein weiter Schritt von einer schicken Website und einer Verlautbarungspolitik hin zu konkreten Schritten. Schon vor einiger Zeit erreichte uns in der Sache folgende E-Mail vom “Radfahrbeauftragten” des Radfahrbüros, die wir aus Zeitmangel leider erst jetzt berichten können:

Sehr geehrter Herr V.
es gibt Neuigkeiten. Diesmal nicht ganz so positiv:
Wir haben mitgeteilt bekommen, dass die Behebung des Schadens aufwendiger als gedacht ist, da sich die Wurzeln des Baumes nicht nur punktuell gehoben haben. Dies bedeutet, dass das gesamte Gehwegniveau im Bereich der Hebungen angehoben werden muss, wenn der Baum keinen Schaden nehmen soll. Der Schaden ist voraussichtlich erst Ende Juni 2010 behoben.
Mit freundlichen Grüßen

Wir danken für die freundliche Nachricht. Nun ist es so, das man selbst als Laie und Nicht-Straßenbau-Experte leicht erkennen kann, dass hier umfangreichere Arbeiten zu erledigen sind, um die Gefahrenstelle zu beseitigen — mit dem Beiseiteräumen eines Steines oder ähnlich schnellen Behelfen ist es eben nicht erledigt. Insofern verwundert es schon etwas, dass man erst von einer schnellen Behebung der Gefahr für Radfahrer (und übrigens auch Fußgänger) spricht, jetzt aber den – eigentlich offensichtlichen – Sachverhalt eingestehen muß, dass es so schnell doch nicht geht.

Wir stellen also fest: bisher hat sich in der Sache nichts getan, bisher wird nur geredet. Wir sind aber natürlich sicher, dass hinter den Frankfurter Verwaltungskulissen eifrigst dran gearbeitet wird und man sich der Sache annimmt. Wir bleiben jedenfalls dran und stellen fest: seit der initialen Meldung der Gefahrenstelle in der Stephanstraße sind 3,5 Monate vergangen, ohne dass die Gefahrenstelle beseitigt wurde. Wir zählen die Zeit weiter und schauen mal, wie schnell die Verwaltung ist.

Auf dem hier gezeigten Foto kann man nur ungefähr erahnen, wie gefährlich der Radweg insbesondere für auch nur etwas schneller fahrende Radler ist: die Bodenwellen schlagen einem glatt den Lenker aus der Hand.

Noch ein Radweg? Oder eine ökologische Nische?

Schäfergasse, von der Stephanstraße kommendEine typische Szene in der Schäfergasse / Ecke Stephanstraße in Frankfurt/M.: Völlig zu Recht sieht man hier die Radfahrerin auf der Straße und den Fußgänger auf dem Radweg, denn der “Radweg” ist nur ein enorm schmaler Pfad zwischen Hauspfeilern und Straße. Der Begriff der ökologischen Nische bekommt hier eine völlig neue Bedeutung, denn hier handelt es sich um eine echte Nische, durch die die aus der Stephanstraße kommenden Radfahrer geschickt werden.

Die Einfahrt in den schmalen Pfad ist gefährlich und die meisten Radfahrer wählen hier lieber gleich die Straße (und üben den Schulterblick, um nicht dem nachfolgenden Autoverkehr ins Gehege zu kommen). Währenddessen nehmen die Fußgänger lieber den deutlich kürzeren Weg über den Radweg, denn Stühle, Tische und (häßliche) Pflanzenkübel der angrenzenden Gastronomie versperren den Fußgängerweg.

Ironie des Fotos: das Schild vom “getrennt” zu nutzenden Fußgänger- und Radweg muß aus einem anderen Universum oder mindestens einem anderen Zeitalter kommen, denn wo sollten hier Radfahrer und Fußgänger einen Weg getrennt oder gemeinsam nutzen? Die zu durchfahrende Nische ist so eng, dass man froh sein kann, als Radfahrer allein hier durch zu kommen.

Autofahrer mit Handy – Gefahr für Fußgänger und Radfahrer

So, jetzt wirds mal nicht so gut gelaunt, sondern sehr, sehr schlimm: wir glauben ja, dass die Stadt Frankfurt LOCKER, und zwar SEHR LOCKER, ihren gesamten Stadt-Etat damit bestreiten könnte, alle falschparkenden und während der Fahrt telefonierenden Autofahrer konsequent zur Kasse zu bitten. Da fragt man sich schon, wieso Radfahrer mit einer “roten Karte” darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie auf dem Bürgersteig fahren, auf der Straße aber die – ungleich gefährlicheren – Autofahrer munter telefonieren. Und hier ist auf keinen Fall von zu vernachlässigenden Einzelfällen die Rede. Man mache sich nur einmal die Mühe und achte als Fußgänger an einer Frankfurter Ampel beim Warten auf das grüne Männchen darauf, wieviele Autofahrer tatsächlich während der Fahrt telefonieren.

Das Ergebnis ist erschreckend und man muß sich angesichts der davon ausgehenden Gefahren für Unschuldige (i.d.R.: Fußgänger und Radfahrer) fragen, warum hier nicht (oder hat jemals jemand etwas davon gehört, dass das Thema von der Polizei angegangen wurde?) etwas geschieht. Insgeheim wünscht man sich doch nur, nicht selbst zu den Opfern solcher Leichtsinnigkeiten zu gehören.

Warum tut die Polizei hier eigentlich nichts? Ist das ein Kavaliersdelikt?

Das nachfolgende Video führt die Konsequenzen drastisch vor Augen, bitte nur anschauen, wenn man meint, es aushalten zu können:

Bemerkenswert auch der Kommentar eines YouTube-Nutzers zu dem Video:

“They should play this everywhere on TV. These arrogant cocky selfish motherfuckers might actually stop acting like their Superman and focus on the fucking road. Thinking you can multitask can take someones life. RIP, Angela.

Erfolgreiche Fahrradkontrollen in Bockenheim

Fahrraddiebe (und naive Fahrrad-Käufer), wir kriegen euch: die Polizei hat in Bockenheim Fahrradkontrollen durchgeführt, und, wie man im Polizeibericht nachlesen kann, bei rund 50 Kontrollen 2 gestohlene Fahrräder sichergestellt. Weiterlesen »

Mit dem Rad zur neuen Schule

Die Abteilung Schule & Gesundheit des Hessisches Kultusministeriums bietet im Rahmen des Projektes Mit dem Rad zur neuen Schule Informationen für Eltern und Kinder, um den optimalen Weg per Fahrrad in die Schule zu finden. Das Kultusministerium schreibt dazu:

Das Fahrrad wird [...] aus Unkenntnis über günstige Wegeverbindungen oder wegen Sicherheitsbedenken der Eltern oftmals gar nicht in Erwägung gezogen. Dabei sind häufig relativ kurze und sichere Schulwege für Radfahrer vorhanden.

Die bisherige Mobilitätserziehung und Radverkehrsförderung soll damit auf den Grundschulbereich ausgeweitet werden. Laut Kultusministerium ist es das Ziel, die vorangegangene Radfahrausbildung zu vertiefen und den Übergang zur weiterführenden Schule zu nutzen, um für das Fahrrad als flexibles, kostengünstiges und umweltfreundliches Verkehrsmittel zu werben.

  1. Offenbar scheint es in Frankfurter Behörden unausrottbare Vorurteile zu geben, nämlich a) dass man sich mit einem pseudo-jugendlichen Slang an die Zielgruppe ranwanzen muß und b) dass Jugendliche von einem “Bike” statt von einem “Fahrrad” reden… []

Licht an (schon aus Versicherungsgründen)

Es ist ja leider nicht nur für die Radfahrer selbst gefährlich, sondern auch für andere Radfahrer und Autofahrer: immer wieder sieht man Radfahrer ohne Licht über die nächtlichen Straßen fahren, obwohl doch inzwischen auch die bequemen und einfacher zu wartenden Batterie-Ansteckleuchten erlaubt sind (glaube ich). In einem konkreten (Un)Fall hat das Oberlandesgericht Frankfurt in dem Verfahren 22 U 153/09 am 7. Januar 2010 folgenden Beschluß gefasst:

Stößt ein mit einem ohne jegliche Licht- oder Reflexionseinrichtung versehenen Mountainbike fahrender Radfahrer bei Dunkelheit und Nässe mit einem entgegenkommenden, nach links abbiegenden Omnibus zusammen, muss er sich einen Mindesthaftungsanteil von 30% anrechnen lassen, auch wenn die Unfallstelle durch Straßenlampen ausreichend beleuchtet ist und der Busfahrer ihn bei besonderer Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen.

Weitere Details zu diesem Urteil finden sich bei Anwalt bloggt

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