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Radfahrer, lasst es leuchten! Wie machen es die Amis, wie die Deutschen?

Hoppla, das reimt sich sogar. Wir wollen hier gar nicht über die – selbst ganz schön dunkle – Frankfurter Kampagne Lass Dich sehen reden, sondern lassen statt imperativer Oberlehrer (“Lass! DICH! sehen!”) lieber einen passionierten Radler zum Thema reden:

Unser neuer Held, Casey Neistat

So sollten wir das in Zukunft auch machen mit Autos, die auf dem Radweg stehen: rauf auf’s Heck!

Vielen Dank für den Hinweis an Jan Annendijck aus Praunheim!

Wohnzimmerwerkstatt in der Heidestraße 53-55

Huch, es gibt einen neuen Fahrradladen in der Nachbarschaft. Aber es ist kein gewöhnlicher Fahrradladen, sondern eine Selbst-Reparier-Möglichkeit in gemütlicher Atmosphäre. Dieser Zettel hing vor kurzem noch am Schaufenster in der Heidestraße 53-55 (Nähe Höhenstraße), lassen wir doch den Macher selbst über sein Projekt sprechen, das inzwischen offenbar fertig und besuchbar ist, auch wenn auf der Website des Projektes Wohnzimmerwerkstatt noch nichts zu finden ist:

Wohnzimmerwerkstatt in der Heidestraße 53-55

Vielleicht, wenn wir Zeit finden, können wir demnächst ein paar Fotos und mehr Infos aus dem interessanten Laden präsentieren!

Ist eine schmalere Straße sicherer? Bauarbeiten in der Fahrradstraße Burgstraße

Es ist jetzt schon eine Weile her, dass bei uns im Hausflur eine Mitteilung des “Amts für Straßenbau und Erschließung” hing, in der es um die “Umgestaltung des Knotenpunkts Burgstraße / Germaniastraße” ging. Jeder, der die kleine Rechts-vor-Links-Kreuzung kennt, und viele der werten Leserinnen und Leser werden sie kennen, denn sie ist Teil der Fahrradroute von Seckbach in Richtung Zeil, wird wohl kaum auf den Gedanken kommen, sie “Knotenpunkt” zu nennen, denn es ist eben nur eine kleine, ganz normale Kreuzung. Gut, aber so sind Ämter eben, dann nennen sie eben eine gewöhnliche Straßenkreuzung einen “Knotenpunkt”, irgendwoher muß man ja seine Bedeutung holen. In der MItteilung ist von der “Grundhaften (sic) Erneuerung des Kreuzungsbereichs” die Rede. Im Rahmen der Bauarbeiten würden

  • die Gehwege erneuert,
  • sog. “Gehwegnasen” angelegt,
  • der abgetrennte Radweg aufgegeben und auf der Fahrbahn geführt (wobei man dazu sagen muß, dass wirklich NIEMAND jemals den vorherigen sog. “Radweg” benutzt hat, da er viel zu schmal, schlecht ausgeschildert und aufgrund von Vernachlässigung (durch Baumwurzeln) seit langem unpassierbar war).

Aufgrund der Baumaßnahmen könnten “vier bis fünf zusätzliche Parkplätze angeboten werden” (da freuen wir uns aber, über neue Parkplätze, da können sich ja dann noch mehr Leute Autos kaufen. Und was sind das überhaupt für Planungen, die nicht wissen, ob sie vier oder fünf Parkplätze anlegen?) und “Flächen für vier Baumpflanzungen mit Fahrradabstellmöglichkeiten gesichert werden”.
Soviel zur Beamtenprosa. Wichtig zu erwähnen ist noch, dass sich an der Kreuzung der Eingang/Ausgang der Comenius-Grundschule mit einem Zebrastreifen befindet. Wie “Grundhaft” die Erneuerung dann tatsächlich war, kann man auf diesen Bild der Bauarbeiten vom 12. März erkennen, unter der Burgstraße liegt der Strand:
Bauarbeiten Burgstraße / Germaniastraße 12.3.2011

Mittlerweile sind die Bauarbeiten beendet und man sieht, wie sich die Stadt die Zukunft der wichtigen und vor allem von Radfahrern stark befahrenen Fahrradstraße offenbar vorstellt: “tight ist the new cool” könnte man dazu sagen, denn im gesamten Kreuzungsbereich wird der von Radfahrern (in beiden Richtungen) und Autos (in nur einer Richtung zur Rothschildallee) zu befahrene Straßenraum deutlich verengt.
Hier ein Bild der neuen Situation und der Engstelle, aufgenommen noch während der Bauarbeiten:
Engstelle in der Burgstrasse / Germaniastraße

Die Straßenverengung befindet sich nicht nur an der im Foto markierten Stelle, sondern auch die 10m davor und auf der anderen Kreuzungsseite ebenfalls. Es steht faktisch u.a. aufgrund der absurd vergrößerten und in die Fahrbahnmitte ragenden “Gehwegnasen” einfach weniger Platz zur Verfügung, den sich Autos und Radfahrer in ihrer Bewegung teilen müssen. Wie das in der Realität aussieht, kann jeder Radfahrer aus der Praxis berichten:

  • Treffen sich Radfahrer und Auto in der gleichen Bewegungsrichtung, versucht das Auto in gefährlicher Weise mit dem Radfahrer bzw. an ihm vorbei durch die Engstelle zu kommen, die wenigsten Autofahrer bremsen ab, es kommt zu einer deutlichen Gefährdung der Radfahrer.
  • Treffen sich Radfahrer und Auto in entgegengesetzter Bewegungsrichtung, behält das Auto zumeist Tempo und Richtung bei und erwartet, dass der Fahrradfahrer ihm aufgrund des stärkeren Gefährts (und der höheren Sicherheit des Fahrers) die “Vorfahrt” gewährt, bis der Wagen durch die Engstelle gefahren ist.

Die Straßenverengung mit riesigen Gehwegnasen ist sicherlich fußgängerfreundlich (auch wenn man sich fragt, was auf den massiv vergrößerten Bürgersteigen passieren soll außer den üblichen Falschparkern), verschlechtert aber deutlich die Befahrung der Fahrradstraße.

Eine ähnliche gefährliche Verengung der Straßensituation scheint den Radfahrern auf der Fahrradroute weiter unten Richtung Zeil im Verlauf der Burgstraße auf dem Martin-Luther-Platz vor der Lutherkirche zu blühen. Auch hier sind seit Wochen große “Grundhafte” Bauarbeiten und die Umgestaltung der gesamten Verkehrssituation im Gange. Die riesigen Gehwegnasen verringern auch hier den Platz auf der Straße für Autofahrer und Radfahrer deutlich.

Zu bedenken gibt es bei all den genannten Baumaßnahmen, ob die von der Stadt betriebene Verengung ein verkehrspolitisch gewolltes Programm ist und in den – dann verengten – Straßen zu einer Verlangsamung des Autoverkehrs führen soll (was auch den Radverkehr sicherer machen würde). Genausogut könnte es bei einer fehlenden Verlangsamung der Autos aber auf Kosten der Radfahrer zu einem erhöhten Gefahrenpotential auf Kosten der Radfahrer kommen. Tatsächlich reden wir hier im gesamten Straßenverlauf schon über eine Tempo-30-Zone. Wie die Realität aussieht, wird jeder aus der Praxis selbst beurteilen können, die meisten Autos sehen die Tempo-30-Vorschrift allenfalls als Aufforderung zum Tempo-50-fahren. Äußerst fragwürdig bleibt, ob eine Verengung der Straße tatsächlich eine höhere Sicherheit für Radfahrer schafft oder nicht viel mehr die Unfallgefahr erhöht durch die geringere Distanz zu Autos und die verschlechtern Möglichkeiten der Fahrzeuge, aneinander vorbeizukommen. Hier könnte sich ein ähnliches Eigentor des Verkehrsamtes anbahnen wie die vielbesprochenen Laternenpfähle mitten auf dem neuen Radweg in der Friedberger Landstraße.

Abzuwarten und aufgrund der aktuellen Baurbeiten nicht zu sehen ist, ob denn auch der separate und in zwei Richtungen laufende Radweg zwischen Germaniastraße und Rothschildallee klammheimlich wegfällt, wir werden berichten.

Alles in allem sehen wir hier, dass die Förderung des Fahrradverkehrs in der Fahrradstraße Burgstraße trotz des massiv ansteigenden Fahrradverkehrs nur halbherzig bis gar nicht betrieben wird. Hier gibt es trotz der vollmundigen Ausweisens der Strecke als Fahrradroute weiterhin

  • keine Express-Route für Radfahrer, wie es in London praktiziert wird, um die Attraktivität zu erhöhen,
  • noch nicht einmal eine durchgehende Fahrbahnmarkierung der Route
  • keine Vollendung der Route bis in die City, etwa zur Zeil, die Route endet im Nirwana am Bethmann-Park.

Es nützt eben nichts, von einem angeblich fahrradfreundlichen Frankfurt nur zu reden, wie es das Radfahrbüro der Stadt Frankfurt vollmundig und mit Bildern von glücklichen Kindern suggerieren will, der wirkliche Wille zeigt sich in solchen Baumaßnahmen, die faktisch nur zu mehr Parkplätzen, der Verknappung des Straßenraums für Radfahrer und zur Verlangsamung und Behinderung des Radverkehrs – selbst auf einer “Fahrradroute” – führen.

RU a VRU? – A Vulnerable Road User?

VRU Campaign, sehr schön gemacht:

Road hug from Dominic Latham-Koenig on Vimeo.

Fahrradbeleuchtung – Abstimmung mit den Pedalen

Schon bedenkenswert und merkwürdig, was so alles vom Staat geregelt wird. Unter anderem eben auch die Fahrradbeleuchtung. Einem Platon oder Thomas Morus wäre das wohl merkwürdig vorgekommen, denn einsichtige intelligente Staatsbürger würden schon allein aus Sicherheitsgründen immer mit einer hellen und vor allem funktionierenden Beleuchtung fahren. Aber, ach, wir sehen alle das Trauerspiel auf den Straßen und erahnen die grenzenlose Dummheit des Menschengeschlechts allein aufgrund der vielen ohne Licht über die Straßen rollenden Radfahrer und schütteln den Kopf.

Der BikeblogBerlin hat sich anläßlich eines Tweets des ADFC über dessen Pläne zum Thema Fahrradbeleuchtung seine eigenen Gedanken gemacht: ADFC auf bürokratischem Holzweg?. Er gleicht die bürokratisch-theoretische Sichtweise mit der Praxis (die Wahrheit liegt eben immer auf der Straße) ab und stellt dem ADFC ein schlechtes Zeugnis. Sein einleuchtendes Fazit:

Praxisgerecht wäre es, wenn der Gesetzgeber die Radfahrer, die sich selber durch eine (wie auch immer geartete, einigermaßen helle Beleuchtung) schützen, unterstützt und die Verwendung von Akkubeleuchtung, die gewisse Mindeststandards wie z.B. Blendfreiheit einhält, erlaubt. Nur so erhöht man die Akzeptanz von Beleuchtung am Fahrrad.

Die „Warnung“ des ADFC zeugt hingegen von praxisfernem, bürokratischem Wunschdenken, das bei Berücksichtigung durch den Gesetzgeber keine Auswirkungen auf das Verhalten von Radfahrern auf unseren Straßen haben wird.

Sehr lesenswert, auch die Kommentare.

Hier der vollständige Artikel: BikeBloggerBerlin: ADFC auf bürokratischem Holzweg?

Zu dumm, um einen Radweg zu bauen?

Laternen mitten dem neuen Radweg auf der Friedberger Landstraße

Auf das Bild klicken, um den FAZ-Artikel als PDF (ca. 170 Kb) herunterzuladen

Dass in der Frankfurter Verkehrsverwaltung und im Straßenbauamt nicht gerade die besten und innovativsten Köpfe sitzen, ist uns schon mehrmals und an verschiedenen Orten und Gelegenheiten aufgefallen. Offenbar verliert die Stadt Frankfurt aber nun, langsam aber sicher, den Anschluß an die laufende “Abstimmung mit den Füßen mit Fahrrädern”, denn es sind immer mehr Fahrradfahrer auf den Straßen zu beobachten, während der Bau und die Pflege von Radwegen und sicheren Radtransfers deutlich hinterherhinkt.

Einen weiteren traurigen Beweis für eine solche solide “So-weiter-wie-bisher”-Mentalität und, bei genauerer Betrachtung, sogar eine echte Lokalposse, liefert die FAZ. Was hätten wir uns über einen Bericht gefreut, der auf der Friedberger Landstraße einen Express-Fahrradweg für die Anschließung der neuen Stadtviertel oberhalb der Friedberger Warte oder Bad Vilbels an die Innenstadt beschreibt. Oder doch zumindest einen Radweg, der der immer größer werdenden Zahl an Radfahrern (und ihrer zunehmenden Geschwindigkeiten) Rechnung trägt.
Aber was müssen wir unter der Überschrift “Neues Ärgernis für Fahrradfahrer” in der – sicherlich nicht des Fahrrad-Aktivismus verdächtigen – FAZ vom 27. November lesen

“Eine Radfahrer-Falle hat das Straßenbauamt jetzt an der Friedberger Landstraße gebaut. Mitten auf den stadteinwärts führenden Radweg pflanzten die Straßenbauer Masten für Straßenaternen. Bis ein Radfahrer in der Dunkelheit gegen eines der Hindernisse prallt, ist vermutlich nur eine Frage der Zeit.”

Wieder wird vom Straßenbauamt eine Chance verspielt. Mit einer mutigen, den Fahrradverkehr klar zeigenden und bevorzugenden Lösung hätte man gerade die äußeren neuen Stadtteile besser einbinden können und den Autoverkehr auf der vor allem von Pendlern genutzten Friedberger Landstraße in seine Schranken weisen können. Nichts dergleichen tut man — und wundert sich dann, warum in der Innenstadt in Sachen Verkehr “nichts mehr geht”.

Hier der Artikel von “.rieb” aus der FAZ vom 27. November als PDF (ca,. 170 Kb) zum Download, da er im Onlineangebot der FAZ leider nicht zu finden ist.

Glück gehabt, FFM nicht auf einem Spitzenplatz

Endlich mal eine Tabelle, in der man nicht den Spitzenplatz haben will: Fahrraddiebstähle in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Angeführt wird die Tabelle von der Fahrradhochburg Münster, die demzufolge auch extrem viele Menschen beherbergt, die gestohlene Fahrräder kaufen (oder als Mini-Exportnation gestohlene Räder in andere Städte exportiert).
Hier der komplette Artikel im Versicherungsjournal.at: Die Hochburgen der Fahrrad-Diebe.

Ohne Helm Fahrrad fahren

Insbesondere im traditionellen Fahrradland Holland gibt es seit mehreren Monaten eine große und lebhafte Diskussion über das Für und Wider von Fahrradhelmen.

Hauptgründe für die Ablehnung von Fahrradhelmen sind
- die übertriebene Darstellung des Radfahrens als gefährliche Tätigkeit und die
- Überschätzung der tatsächlichen Schutzfunktion von Fahrradhelmen.

Die European Cyclist Federation hat jetzt eine Kampagne gegen das Tragen von Fahrradhelmen gestartet. Wer möchte, kann sich Material zu der Kampagne Ask me why I cycle without a helmet herunterladen und sich mit einem Flugblatt (PDF) über die Hintergründe informieren (und natürlich die zentralen ideen weiterverbreiten).

Das Zahlenmaterial ist überaus interessant, zeigt es doch, dass Fahrradhelme in den Ländern am wenigsten getragen werden, die die größte Fahrradkultur, aber die wenigsten Verletzungen von Radfahrern aufweisen.

Weitere Informationen gibt es auf der – die internationalen Kampagnen gegen Fahrradhelme koordinierenden – Seite Cycle Helmets.

Falschparker gefährden Radfahrer in der Wiesenstraße

Wiesenstraße in Frankfurt-Bornheim mit Falschparker Ein typisches Bild in der Bornheimer Wiesenstraße: der rechts im Halteverbot stehende Falschparker reduziert die Straßenbreite so weit, dass nicht nur die sich mit der allgemeinen Fahrtrichtung bewegenden Radfahrer zum Verkehrshindernis werden und gefährdet sind, insbesondere für die entgegenkommenden Radfahrer (für Radfahrer ist die Benutzung der Wiesenstraße in beiden Richtungen erlaubt) entsteht eine hohe Gefährdung, da die Breite so weit reduziert wird, dass es immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt.

Falschparker in der Wiesenstraße sind ein gewohntes Bild, trotz gelegentlicher, leider viel zu seltener Strafzettelaktionen des Frankfurter Ordnungsamts. Wie hier zu sehen ist, gefährden die falsch parkenden Autos (und hier handelt es sich nicht nur um ein Parkverbot, sondern um ein Halteverbot!) andere Verkehrsteilnehmer unmittelbar. Das wird interessant werden, wenn es den ersten Unfall aufgrund der verminderten Straßenbreite gibt, denn die eigentlichen Unfallverursacher sind ja die rumstehenden Falschparker.

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