Ein typisches Bild in der Bornheimer Wiesenstraße: der rechts im Halteverbot stehende Falschparker reduziert die Straßenbreite so weit, dass nicht nur die sich mit der allgemeinen Fahrtrichtung bewegenden Radfahrer zum Verkehrshindernis werden und gefährdet sind, insbesondere für die entgegenkommenden Radfahrer (für Radfahrer ist die Benutzung der Wiesenstraße in beiden Richtungen erlaubt) entsteht eine hohe Gefährdung, da die Breite so weit reduziert wird, dass es immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt.
Falschparker in der Wiesenstraße sind ein gewohntes Bild, trotz gelegentlicher, leider viel zu seltener Strafzettelaktionen des Frankfurter Ordnungsamts. Wie hier zu sehen ist, gefährden die falsch parkenden Autos (und hier handelt es sich nicht nur um ein Parkverbot, sondern um ein Halteverbot!) andere Verkehrsteilnehmer unmittelbar. Das wird interessant werden, wenn es den ersten Unfall aufgrund der verminderten Straßenbreite gibt, denn die eigentlichen Unfallverursacher sind ja die rumstehenden Falschparker.
Sehr interessantes Interview in der taz mit dem Fahrradexperten Stefan Warda, unter anderem zum Sich-moralisch-im-Recht-zu-fühlen von Radfahrern, zu “Sommerradlern”, aber vor allem zu seinen Erfahrungen mit der Hamburger Stadtpolitik. Hier ein kurzer Ausschnitt:
Kaum jemand in Politik und Behörden will in Wahrheit, dass der Radverkehr in Hamburg besser gestellt wird.
Ist es für eine Stadt billiger, wenn sich der Anteil der Radfahrer erhöht, weil es den Nahverkehr entlastet?
Alle Investitionen in den öffentlichen Verkehr sind furchtbar teuer. Aber in den großen Städten geht eine Zunahme des Radverkehrs in der Regel nicht zu Lasten des öffentlichen Nahverkehrs, sondern zu Lasten des Autoverkehrs. Man muss aber schon etwas für die Radfahrer tun, sie müssen das Gefühl haben, dass man sich um sie kümmert und es sich lohnt, Rad zu fahren, weil es bequem ist und schneller als der Nahverkehr oder das Auto.
Herrje, man kommt ja kaum hinterher mit den Meldungen der Meldeplattform Radverkehr, die zwar noch etwas an ihrem Design arbeiten sollte, ansonsten aber offenbar funktioniert. Aufgrund eines Hinweises von mir über das dortige Kontaktformular zu einer permanent zugeparkten Wartefläche für Radfahrer an der Ecke Wiesenstraße/Burgstraße in Frankfurt-Bornheim habe ich heute die folgende Nachricht erhalten:
Zu Ihrer Meldung erhalten Sie vom Radfahrbüro jetzt folgende Nachricht:
Sehr geehrter Herr V.,
am 19.5.2010 haben Sie die Meldung 2010000764 mit der nächstliegenden Adresse zum Thema bei der Meldeplattform Radverkehr eingegeben.
Wir haben Ihre Meldung gestern vor Ort überprüft und bereits veranlasst, dass der aus der Wiesenstraße entgegen der Fahrtrichtung ausfahrende bzw. auf die Ausfahrt wartende Radverkehr durch die Markierung eines Radfahrpiktogramms im Warte- bzw. Ausfahrtsbereich der Radfahrsignalanlage verdeutlicht wird. Darüber hinaus ist vorgesehen, am Ende des Parkstreifens drei Radbügel aufzustellen, um so das Beparken des Ausfahrbereichs zu erschweren.
Mit freundlichen Grüßen. Ihr Team vom Radfahrbüro
Da darf man gespannt sein. Ich halte das werte Publikum auf dem Laufenden und fordere die ‘Crowd’ da draußen auf, ebenfalls fleißig die Meldeplattform Radverkehr zur Verbesserung des Radwegenetztes in Frankfurt zu nutzen.
Wenn es Guerilla Gardening gibt, warum sollte es dann nicht auch “Guerilla Fahradweging” geben? Das scheinen sich wohl auch die Macher des Blogs Urban Repair Squad gesagt zu haben, die Bürgeraktionen zur Stadtreparatur versammeln. Der Ansatz des Blogs ist global, hier ein Fernsehbericht über – natürlich – antiautoritäre, rote Gumminasen tragende Franzosen in Marseille, “une reportage de la La Chaîne Marseillaise sur les Pistes Cyclables sauvages du collectif Ruban Vert”:
Noch’ne exemplarische – und auch für Frankfurt wünschenswerte – Aktion: Boris Johnson, Londoner Bürgermeister, ermutigt die Londoner dazu, die Kollegen, Freunde und Familienmitglieder zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen. Dazu gibt es die London Cycle Challenge, in der sich Freunde und Bekannte zusammentun können, um gemeinsam Meilen zu sammeln. Wer als Team am meisten Meilen sammelt, gewinnt zwar keine astronomischen Preise, aber immerhin nach Teamgröße gestaffelte Gutscheine.
Etwas verwundert ist man schon, wenn man die Auslandkorrespondenten in der Londoner City stehen sieht und im Hintergrund ständig Radfahrer durchs Bild schießen. Waren da nicht früher nur Autos, Stoßstange an Stoßstange, und die unvermeidlichen Londoner Taxis? Wie road.cc jetzt meldet, will der Londoner Bürgermeister Boris Johnson insgesamt 116 Mio. £ (ca. 136 Mio €) für die Verbesserung der Fahrradkultur in der britischen Hauptstadt ausgeben. Weiterlesen »
Ehrlich gesagt war es ja ein Test, nämlich ein Test des Frankfurter Radfahrbüros, von dem wir außer einer schicken Website bisher an konkreten Handlungen zur Verbesserung der Fahrradkultur in Frankfurt kaum was mitbekommen haben. Viel reden, schön aussehen, aber nichts dahinter, das war die Ausgangsmeinung. Deshalb haben wir die Probe aufs Exempel gemacht und einen Fahrrad-Mißstand (einen wirklich gefährlichen Radweg in der Innenstadt) gemeldet und abgewartet, was passiert. Weiterlesen »
Ach, wie schön wäre es, wenn alle Radfahrer und Radfahrerinnen Frankfurts hier mitmachen würden und ihre – natürlich vor allem velophile – Meinung zum Besten geben würden: die Umfrage zum Frankfurter GrünGürtel ist online und soll die Frage klären, wie die Frankfurter den GrünGürtel erleben.
Was schätzt man an der Anlage, was sollte verbessert werden, was stört am meisten?
Der unter Schutz gestellte GrünGürtel soll zum – im nächsten Jahr anstehenden – 20jährigen Jubiläum weiter verbessert werden und die Informationen, die SIE jetzt in der Umfrage geben, können hierbei sicher helfen. Manuela Rottmann, die Frankfurter Dezernentin für Umwelt und Gesundheit, verspricht sogar, dass “wie bei der Hafenpark-Umfrage im letzten Jahr [...] Ihre Bewertungen und Erwartungen bei den weiteren Planungen berücksichtigt” werden.1
Achtung, die GrünGürtel-Umfrage ist nur vom 24. April bis zum 25. Mai 2010 (dem Wäldchestag!) online, also lieber jetzt als später teilnehmen, sonst verpasst man die Umfrage noch!