24. Okt 2011
Armutszeugnis für Frankfurter Fahrradpolitik im VCD Städtecheck
Die Frankfurter Neue Presse berichtet über die Lage der Fahrradsicherheit in Frankfurt, die lt. einer Studie, dem “Städtecheck 2011 Fahrradverkehr” des ökologischen Verkehrsclubs VCD, in Frankfurt abgenommen hat (während sie z.B. in Wiesbaden besser geworden ist):
Fast jeder vierte Verkehrsteilnehmer, der im vergangenen Jahr in Frankfurt verunglückte, war mit dem Fahrrad unterwegs. Damit ist das Unfallrisiko für Radler fast doppelt so hoch, wie es nach dem Radverkehrsanteil in der Stadt (2008 waren es rund 13 Prozent) zu erwarten wäre.
Interessant fanden wir in dem Artikel die Ursachensuche, hierzu heißt es u.a.:
Nach der Analyse des VCD werden Radfahrer einerseits durch falsches Verhalten von Autofahrern (Abbiegefehler, Missachten der Vorfahrt, zu hohe Geschwindigkeit), andererseits durch eigenes Fehlverhalten wie Fahren in falscher Richtung gefährdet. Die Stadt hat mit Aktionen, zum Beispiel in der Hanauer Landstraße, versucht darauf aufmerksam zu machen.
Man kann gerne die Probe aufs Exempel an so gut wie JEDER Straße in Frankfurt machen und schauen, ob man mehr Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit, Verkehrsmißachtungen und Fahrfehlern findet oder mehr Radfahrer, die durch das “Fahren in falscher Richtung” auffallen. Offenbar wird hier von der Frankfurter Verkehrspolitik der Schwarze Peter schon wieder den Radfahrern zugeschoben, die sich angebliches Fehlverhalten unterstellen lassen müssen. Wir empfehlen dem Verkehrsdezernenten Stefan Majer dringend, sich einfach mal selbst aufs Fahrrad zu schwingen und, sagen wir, von der Konsti an die Friedberger Landstraße hoch zu fahren, natürlich korrekt auf der Straße. Er wird viel dazulernen…
Hier der Link zum VCD Städtecheck 2011 zur Fahrradsicherheit.


Wer ist eigentlich schuld, wenn ein Radler auf einem Radfahrstreifen von einem Autofahrer, der ohne zu schauen die Tür aufreißt, “gedoort” wird? Der Autofahrer, weil er nicht gekuckt hat? (Ja, sicher.) Der Radfahrer, weil er nicht genug Abstand gehalten hat? Oder die Planer, die den Streifen direkt neben Parkplätze gelegt haben? (Paradebeispiel in der Schlossstraße) Ich wäre dafür, bei den Unfallursachen diese dritte Kategorie aufzunehmen.