Startseite Frankfurter FahrradsommerFrankfurter Fahrradsommer auf Twitter

Ohne Helm Fahrrad fahren

Insbesondere im traditionellen Fahrradland Holland gibt es seit mehreren Monaten eine große und lebhafte Diskussion über das Für und Wider von Fahrradhelmen.

Hauptgründe für die Ablehnung von Fahrradhelmen sind
- die übertriebene Darstellung des Radfahrens als gefährliche Tätigkeit und die
- Überschätzung der tatsächlichen Schutzfunktion von Fahrradhelmen.

Die European Cyclist Federation hat jetzt eine Kampagne gegen das Tragen von Fahrradhelmen gestartet. Wer möchte, kann sich Material zu der Kampagne Ask me why I cycle without a helmet herunterladen und sich mit einem Flugblatt (PDF) über die Hintergründe informieren (und natürlich die zentralen ideen weiterverbreiten).

Das Zahlenmaterial ist überaus interessant, zeigt es doch, dass Fahrradhelme in den Ländern am wenigsten getragen werden, die die größte Fahrradkultur, aber die wenigsten Verletzungen von Radfahrern aufweisen.

Weitere Informationen gibt es auf der – die internationalen Kampagnen gegen Fahrradhelme koordinierenden – Seite Cycle Helmets.

Kategorien: Anderswo, Sicherheit, Verkehrspolitik

Schlagwörter: , ,

2 Kommentare

  1. Wahnsinn. Am besten noch ein Helmverbot? Da wird ein Problem hergeredet, das aus meiner Sicht nicht vorhanden ist. In meinen diversen Gesprächen zum Thema Radfahren habe ich zig Argumente gehört, warum nicht Rad gefahren wird. Nie wird jedoch “gefährlich” oder “Helm” als Argument angeführt.
    Dass die beste Lebensversicherung – langfristig und nur statistisch! – eine große Anzahl der Radfahrer, die sich täglich auf den Straßen bewegt, ist, ist unbestritten. Bis wir dort sind, werde ich aber einen Helm tragen. Und danach sicher auch noch. Wenn ich auf den Kopf falle, möchte ich einfach, dass da noch etwas zwischen Hirnschale und Asphalt ist außer meinen wallenden Locken.
    Dass das Helmtragen fast schon als unsozial dargestellt wird führt zu einer Spaltung, die unserem gemeinsamen Sport, dem Radfahren, völlig abträglich ist! Nicht zuletzt werden alle sportlichen Radfahrer (Rennradler, MTBler etc.) dadurch diskriminiert.
    Nein zur Helmpflicht und nein zur Contra-Helm-Kampagne!

  2. kl sagt:

    Bei den Diskussionen pro und kontra Helmpflicht wird nicht berücksichtigt, dass es sich beim Fahrradhelm lediglich um eine schwache Verbesserung der passiven Sicherheit handelt. Ohne Helm liegt die passive Sicherheit bei null Prozent, mit Helm, wenn man sehr optimistisch ist, vielleicht bei fünf bis zehn Prozent. Viel wichtiger ist die aktive Sicherheit. Durch defensives und aufmerksames Verhalten, durch Beachtung der STVO, durch ein sicheres Fahrrad und durch fahrerisches Können lässt sich die aktive Sicherheit beinahe auf 100 Prozent anheben. Der Helm scheint vielen Fahrerinnen und Fahrern ein trügerisches Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Ich beobachte immer wieder, dass gerade Helmträger riskant und auch oft bei Rot fahren. Auch das Tragen von Warnwesten und die Montage von Abstandhaltern steht scheinbar in keinem Zusammenhang mit sicherheitsbewusstem Fahren.

    Trotzdem kann es sinnvoll sein, dass Angehörige von Risikogruppen das kleine Plus an passiver Sicherheit wahrnehmen. Beispielsweise Kinder, unsichere Radler, Sportfahrer, Eilige, Radler, die Autostraßen den Radwegen vorziehen und solche, die sich durch Ampeln und Verkehrsregeln nicht aufhalten lassen.

    @BikeBloggerBerlin
    Ich bin nicht gegen den Helm, sondern gegen eine allgemeine Helmpflicht. Besonders, weil ich keine Lust habe, mir dann wieder wie zu Autofahrerzeiten ab und zu ein Verwarngeld wegen des Fehlens eines für mich persönlich sinnlosen Accessoirs einzuhandeln. Daher finde ich Kampagnen kontra die Helmpflicht gut.

Kommentieren Sie diesen Artikel