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London will 136 Mio € für die Fahrradkultur ausgeben

Etwas verwundert ist man schon, wenn man die Auslandkorrespondenten in der Londoner City stehen sieht und im Hintergrund ständig Radfahrer durchs Bild schießen. Waren da nicht früher nur Autos, Stoßstange an Stoßstange, und die unvermeidlichen Londoner Taxis? Wie road.cc jetzt meldet, will der Londoner Bürgermeister Boris Johnson insgesamt 116 Mio. £ (ca. 136 Mio €) für die Verbesserung der Fahrradkultur in der britischen Hauptstadt ausgeben.Sehr schön auch, dass der exzentrische Johnson sein Statement im “Look Mum No Hands Cycling Cafe” verkündet hat:

I am determined to transform London into a city that cycles and where hundreds of thousands enjoy the elixir of using two wheels to get around the capital. Our cycling revolution is rapidly gathering pace, but there’s still huge potential to increase the number of journeys that Londoners make by bike and today we’re setting out exactly how we’re going to do that.
“With the launch this summer of the London Cycle Hire scheme, Cycle Superhighways and a fit-to-burst schedule of cycling events, there has never been a better time to give pedal power a punt. I urge everyone to sign up and take part in this June’s London Cycle Challenge.”

Und man mag sich im Anschluß daran fragen: wo sind denn im unendlich kleineren – aber vom Autoverkehr immer mehr bedrängten – Frankfurt die “Cycle Superhighways”1?
Vielleicht liegt der Unterschied ganz einfach darin, dass London klare Regeln für die Förderung des Radfahrens in der Metropole hat. Bürgermeister Johnson gab 10 Grundsätze bekannt:

  • Radfahren wird als ein wesentliche Fortbewegungsart im gesamten Londoner Stadtgebiet und in den Außenbezirken anerkannt.
  • Die Straße ist ein öffentlicher Raum, in dem jeder Verkehrsteilnehmer die Straßennutzung des anderen respektiert und jeder sich an die Verkehrsregeln und seine Pflicht zum Schutz der anderen Verkehrsteilnehmern hält.
  • Reduktion der Fahrradunfälle mit einem besonderen Augenmerk auf der Reduzierung des Risikos von Kollisionen zwischen Radfahrern und LKWs.
  • Steigerung der Zahl sicherer Fahrradparkplätze auf Straßen, in Firmen, Bahnhöfen und Schulen.
  • Bekämpfung von Fahrraddiebstahl durch besondere Aufmerksamkeit der Polizei, damit Radfahrer sicher sein können, dass ihr abgeschlossenes Fahrrad nicht gestohlen wird.
  • Fahrradfahren soll als Spaß machende, gesunde Alltagsaktivität propagiert werden.
  • Radfahren wird in die Stadtplanung und das Funktionieren der Stadt eingebettet.
  • Investitionen ins Radfahren werden vom privaten und öffentlichen Sektor maximiert.
  • Wichtige Akteure arbeiten zuammen, um Fahrradinitiativen zu starten.
  • Neue Routen und Möglichkeiten für Pendler, Freizeitradler und Fahrradreisende.

Klingt gut. Kann man sich sowas von einem deutschen Bürgermeister vorstellen? Frau Roth, übernehmen Sie.

  1. Nein, liebes Frankfurter Straßenverkehrsamt, das sind nicht einfach nur unauffällig beschilderte Fahrradstraßen, sondern deutlich vom Verkehr abgegrenzte, klar die Priorität der Radfahrer deutlich machende Strecken. []

Kategorien: Anderswo, Lokalpolitik, Radwege

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